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L'art du savoir

Le Tanneur x Angèle Guerre

Know-how und Kreativität sind zwei Begriffe, die – einmal miteinander verbunden – ein grenzenloses Feld der Erkundung eröffnen. Um dessen Umfang zu erfassen, geht es nach Paris, wo wir Angèle Guerre begegnen. Die Plastikkünstlerin erforscht täglich diesen Raum, in dem jede Geste und jedes Werkzeug willkommen sind. Ihre bevorzugten Materialien: Leder und Papier, die sie mit dem Skalpell einschneidet, um luftige Skulpturen zu schaffen, die ihre Flügel entfalten. Werke voller Präzision und Geduld, in denen jeder Schnitt den nächsten bestimmt und jedes Detail seinen Platz mit unendlicher Genauigkeit findet. Für dieses neue Kapitel unserer Serie „L’Art du Savoir“ haben wir sie eingeladen, unser Schaufenster am Boulevard des Capucines zu gestalten und dort einen neuen Rahmen für unsere Kreationen zu entwerfen. Bevor wir ihre Installation entdecken, machen wir einen Abstecher in ihr Atelier im Département Oise, wo wir die Gelegenheit genutzt haben, ihr einige Fragen zu stellen.

Begegnung mit Angèle Guerre

Wie hast du die Technik des Einschnitts entdeckt?

Ich habe damit nach meinem Studium an den Beaux-Arts in Paris begonnen. Ich hatte die Gelegenheit, Buchbinderei zu erlernen und mit alten Büchern zu arbeiten. Dadurch konnte ich sowohl das Leder entdecken, das die Bücher schützt, als auch neue Arbeitsinstrumente wie das Skalpell. Ich suchte nach einer anderen Art, Papier zu bearbeiten, und begann, diese Einschnitte zu machen. Am Anfang war es viel experimentelle Arbeit, und im Laufe der Jahre habe ich diese Technik weiterentwickelt.

Ist das auch der Weg, wie du begonnen hast, mit Leder zu arbeiten?

Ja, durch das Erlernen der Buchbinderei habe ich die Weichheit und Sinnlichkeit des Leders entdeckt. Ich begann, es zu kaschieren und mit Papier zu verleimen. Dabei wurde mir klar, dass diese beiden Materialien wunderbar miteinander verschmelzen. Das Leder macht das Papier geschmeidiger und das Papier gibt dem Leder Halt. Wenn ich sie einschneide, werden beide zu widerstandsfähigen Elementen, die ich unendlich im Raum formen kann. Es wird zu einer Arbeit des Zeichnens im Raum. Durch die Einschnitte lassen sich Formen modellieren und große Tiefe und Relief schaffen.

Was stellst du mit dieser Technik und diesen Materialien am liebsten dar?

Natürliche Elemente wie Vögel, Tiere, Steine. Ich mag an den eingeschnittenen Formen, dass sie auf ganz natürliche Weise etwas Organisches, Lebendiges evozieren. Am Ursprung meiner Arbeit steht auch die Beobachtung der Natur, die mir von meiner Familie in der Provence und später anderswo vermittelt wurde. Die Nähe zur Natur zu bewahren, war für mich immer wichtig.

Wie hast du entschieden, diese Zusammenarbeit auszurichten?

Wir haben uns ziemlich schnell für große skulpturale Volumen entschieden, die den Raum der Schaufenster einnehmen, mit Einschnitten, die nicht zu dicht sind. Eine eher einfache, rohe, schlichte Geste. Die verschiedenen Elemente können ineinander übergehen, mit der Idee, dass man sowohl das Papier als auch das Leder wahrnehmen kann – je nachdem, ob man sich im Inneren der Boutique oder draußen befindet. Es gab auch den Gedanken, eine Art Kokons oder Nester zu schaffen, die die Taschen und die Objekte im Schaufenster umhüllen. Dadurch konnte ich neue Arbeitsweisen finden und neue Gesten entdecken.

Was hat dir an dieser Zusammenarbeit gefallen?

Ich arbeite immer mit wiederverwertetem Leder, das ich in Recycling-Werkstätten finde. In dieser Zusammenarbeit hat mir besonders gefallen, mit ungenutzten, ruhenden Lederbeständen zu arbeiten. Was mir ebenfalls gefallen hat, ist, dass die großen Installationen dieses Projekts einem szenografischen Ansatz entsprechen. Ich mag die Idee sehr, meine Kreationen gemeinsam mit anderen Elementen wie den Taschen in Szene zu setzen. Für mich sind sie ebenfalls kleine Skulpturen, die aus einem unglaublichen handwerklichen Können entstehen, das ich sehr bewundere.

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